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 Verein zur Förderung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz (Max-Planck-Institut) e.V.
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  Das Kunsthistorische Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
 
 
 
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Die suburbanen Gartenpaläste der normannischen Herrscher in Palermo
International Congress on Medieval Studies, Kalamazoo/Michigan

Während des Studienkurses, den das KHI im vergangenen Frühherbst zum Thema „Sizilien zur Zeit der Normannen (Palermo – Monreale – Cefalù)“ durchführte, referierte Christine Ungruh erstmals über die suburbanen Gartenpaläste der normannischen Herrscher in Palermo. Die – mittlerweile durch weiterführende Forschungen erweiterten – Ergebnisse konnte sie beim 41st International Congress on Medieval Studies, der vom 4. bis 7. Mai 2006 in Kalamazoo/Michigan stattfand, einem breiten Fachpublikum vorstellen.

Die jährlich stattfindenden Mittelalterkongresse werden seit 1970 von der Western Michigan University ausgerichtet. Sie zählen weltweit zu den größten in diesem Fachbereich und genießen ein großes internationales Ansehen. In insgesamt 640 Sektionen sprechen Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen (Kunstgeschichte, Geschichte, Literatur, Gender Studies etc.); abgesehen vom fachlichen Erkenntnisgewinn, stellt die Tagung eine gute Gelegenheit dar, internationale Kontakte zu Institutionen und KollegInnen zu knüpfen. Die hohe Anzahl der TeilnehmerInnen bedingt, daß die Tagungsgebühren und Reisekosten der Vortragenden von den Veranstaltern nicht übernommen werden können. Der Verein zur Förderung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz e.V. hat daher die Vortragsreise von Christine Ungruh mit einer Summe von 1.500 EUR unterstützt.

Detaillierte Informationen finden Sie unter: http://www.wmich.edu/medieval/congress/41congress/index.html

 

„Suburban Palaces in Sicily. Models of Mediterranean Integration in the 12th Century“

 
Der Vortrag von Christine Ungruh trägt den Titel „Suburban Palaces in Sicily. Models of Mediterranean Integration in the 12th Century“ und behandelt die Gartenpaläste der normannischen Herrscher in der Umgebung von Palermo, die von Roger II. und seinen Nachfolgern zwischen 1130 und 1180 errichtet wurden. Diese repräsentativen, in weitläufigen Gärten gelegenen Residenzen werden als Rückzugsorte der jungen Monarchie gedeutet und ihre Architektur und Ausstattung ausschließlich als Beispiele islamischen Einflusses auf die europäische Architektur im Mittelalter wahrgenommen. Der Vortrag unterzieht diese Sichtweise einer Revision. Am Beispiel der Zisa wird dargelegt, daß die suburbanen Paläste luxuriöse Quelleinfassungen sind, deren Lage strategische Bedeutung zukommt und deren Architektur von ihrer Funktion bestimmt wird. Dabei kann die Mehrheit der für islamisch gehaltenen Dekorationselemente in der mittelalterlichen europäischen und der byzantinischen Architektur nachgewiesen werden, die zum Teil wohl auf die Antike zurückgehen. Einige, im 12. Jahrhundert in der islamischen Architektur moderne Schmuckformen sind den Normannenpalästen jedoch zu eigen. Ihre gleichzeitige Verwendung in Residenzbauten der gesamten mediterranen Welt, deren Kenntnis sich aus archäologischen Funden und zeitgenössischen Beschreibungen erschließt, sind Anzeichen für die Existenz einer, den Anrainerkulturen gemeinsamen architektonischen Formensprache. Dieser koiné bedienten sich die Normannen in ihren suburbanen Palastbauten, um mit den bedeutendsten Höfen des „flüssigen Kontinents“ konkurrieren zu können.
 

Christine Ungruh M.A.

Christine Ungruh studierte zunächst European Civilization und French Area Studies am Franklin College Switzerland (Bachelor of Arts, USA 1990). Danach immatrikulierte sie sich an der Georg-August-Universität Göttingen für die Fächer Kunstgeschichte, Englische und Italienische Philologie (Magistra Artium 2000). Seit 2002 arbeitet sie an ihrer Dissertation über das Bodenmosaik der Kathedrale von Otranto/Apulien, die von Prof. Dr. Christian Freigang (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt) und Prof. Dr. Achim Arbeiter (Georg-August-Universität Göttingen) betreut wird. Von April bis Dezember 2003 war sie Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Kloster und Welt im Mittelalter“ am Institut zur interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines Nachwirkens (IEMAN) in Paderborn. Seit Januar 2004 ist sie wissenschaftliche Hilfskraft der Photothek des KHI.


 
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