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Kunstkritik im 19. Jahrhundert: Vergleich Italien – Frankreich

Die Bedeutung dieser Themenstellung wurde erstmals auf dem Ottocento-Kongreß ds KHI (2002) am Exempel der Erforschung der 2. Pariser Weltausstellung des Jahres 1867 erprobt.

Während italienische Kunst in der 1. Weltausstellung (1855) nicht beachtet, ja verachtet worden war, gelang es Italien während der 2. Weltausstellung (1867) einen der acht großen Malerpreise zu ergattern: Der Florentiner Maler Stefano Ussi erhielt für das historische Genre eine der „Grandes Médailles d’Honneur“ für sein Gemälde „La cacciata del duca d’Atene“. Die offizielle Anerkennung der italienischen Kunst bewirkte bei der französischen Kritik einen Stimmungswandel. Niemand sprach weiterhin von völliger künstlerischer Dekadenz. Eine „renaissance italienne“ sei zwar noch nicht in Sicht, doch erste Anzeichen eines künftigen Aufschwungs könne man mit einigem Wohlwollen dennoch schon erkennen. Dennoch war Ussis Gemälde unter den Kritikern sehr umstritten.

Das Projekt, an dem Max Seidel, Eliana Carrara und François de Vergnette arbeiten, ist nach rund 30 Fragestellungen gegliedert, bei denen jeweils die Sichtweise italienischer (u.a. Pasquale Villari, Diego Martelli) mit der französischer (u.a. Émile Zola, Charles Blanc) Kritiker verglichen wird (vgl. Forschungsbericht des KHI 2004).

Diese Forschungen ergänzen u.a. auch das Programm des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris, das sich mit Erfolg dem Vergleich der Kunstkritik Frankreich – Deutschland widmet.

Literatur:

Max Seidel: „Io esco dai vasti saloni della pittura francese per entrare nel piccolo recinto della pittura italiana“. Pasquale Villari als Kritiker der Pariser Weltausstellung von 1867, in: Italienische Malerei im 19. Jahrhundert/Pittura italiana nell’Ottocento (Kongreß, KHI, 7.-10.10.2002), hrsg. von Martina Hansmann und Max Seidel (Collana del Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut 9), Venedig 2005, S. 387-486

 
 
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