Deutsch | Italiano | English
 Verein zur Förderung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz (Max-Planck-Institut) e.V.
  Home
  Information
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Das Kunsthistorische Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
 
 
 
  Service
 
 
 
 
Baccio Bandinelli: Zwischen Leonardo und Michelangelo. Zum 450. Todestag des Florentiner Bildhauers

Dr. Nicole Hegener, Berlin
Ort: München, Alte Pinakothek, Barer Straße 27, Eingangsfoyer
Datum: Montag, 11. Oktober 2010
Uhrzeit: 19.00 Uhr


Das schwierige Los, zur selben Zeit wie Michelangelo tätig zu sein, teilten viele Künstler in Florenz und Rom, kaum einer jedoch wurde durch den Divino so stark geprägt wie der Florentiner Bildhauer Baccio Bandinelli (1493-1560). Zeit seines Lebens stand er im Schatten des älteren Michelangelo (1475-1564), der mit der Errichtung des David auf der Piazza della Signoria in Florenz im Jahre 1504 bereits zu Lebzeiten als göttlich gefeiert wurde. Von den Zeitgenossen als vermessener Rivale Michelangelos verspottet, gelang dem Sohn eines promediceischen Goldschmieds jedoch eine geradezu kometengleiche Karriere am Hof der Medici, die in der Errichtung der Hercules-Cacus-Gruppe neben Michelangelos David ihren ersten Höhepunkt erlangte.
Die lebenslange Konkurrenz Bandinellis mit Michelangelo – die Marmorriesen vor dem Palazzo Vecchio symbolisieren diese als steinernes Doppel-Monument – ist inzwischen recht gut erforscht. Dass Bandinelli auch von Leonardo da Vinci (1452-1519) wichtige Anregungen erhielt, ist indes kaum bekannt. Vasari berichtet, dass der junge Baccio dem Universalgenie in der Werkstatt seines Lehrers Giovanfrancesco Rustici (1475–1554) begegnet war. Eine Reihe von bisher wenig beachteten Arbeiten Bandinellis legt nahe, daß der Austausch zwischen den beiden sich nicht auf ein Zusammentreffen beschränkt haben dürfte. Die vorzustellenden Werke ermöglichen es, einigen großen Ideen und Themen sowie innova­tiven künstlerischen Techniken nachzuspüren, die Leonardo und Bandinelli gleichermaßen begeisterten.
Als einer der namhaftesten Manieristen wurde der ehrgeizige Bandinelli auch zum Protagonisten der Manierismus-Kritik des 19. Jahrhunderts. Der Vortrag versucht das einseitige Bild Bandinellis als Nachahmer Michelangelos zu revidieren und seine Künstlerpersönlichkeit um einige überraschende Aspekte zu bereichern.

Dr. Niocle Hegener
Studium der Kunstgeschichte in Siena, Würzburg und Berlin. 2004 Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin bei Prof. Dr. Horst Bredekamp mit der Arbeit „BACCIVS BANDINELLVS DIVI IACOBI EQVES. Zur Selbstdarstellung Baccio Bandinellis“. Seit Juli 2002 Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kunstgeschichtlichen Seminars der Humboldt-Universität zu Berlin.

 

 
 
Copyright (c) 2005 Verein zur Förderung des Kunsthistorischen Institutes Florenz e.V.